Aus der Praxis · Cloud-Kosten ·
28 % weniger Cloud-Kosten für einen Kunden in einer Woche. Ohne Migration der Umgebung.
Unser Kunde betreibt seine Anwendungen in Oracle Cloud. Rund 3.000 € pro Jahr, stabiler Betrieb und keine Überraschungen auf der Rechnung. Auf den ersten Blick gab es nichts zu tun.
Genau deshalb haben wir genauer hingesehen. Die Verfügbarkeit von Anwendungen beantwortet eine einfache Frage nicht: Wofür bezahlen Sie eigentlich – und brauchen Sie es noch?
Nach einer Woche Prüfung und Anpassungen sanken die täglichen Kosten von 8,35 € auf 6,04 €. Die Anwendungen blieben in derselben Cloud und europäischen Region. Daten mussten nicht übertragen und eine neue Umgebung musste nicht aufgebaut werden.
Ein Viertel der Rechnung entfiel auf Backups. Einige hatten keinen Zweck mehr.
Wir begannen mit einem Export aus Cost Analysis und einer Aufschlüsselung nach Diensten. Backups machten rund ein Viertel der Gesamtkosten aus – etwa 63 € pro Monat.
Die Prüfung der Datenträger und Backup-Richtlinien zeigte, wo diese Kosten entstanden:
- Ein weniger kritischer Server hatte tägliche, wöchentliche, monatliche und jährliche Backups. Rund zwanzig Wiederherstellungspunkte wurden aufbewahrt, obwohl sich das System bei Bedarf in etwa einer Stunde neu aufbauen ließ.
- Zwei weitere Datenträger hatten monatliche Backups mit langer Aufbewahrung: monatliche Kopien für zwölf Monate und jährliche Kopien für fünf Jahre. Das entspricht der vordefinierten Bronze-Richtlinie in OCI. Nach einem Betriebsjahr belegten diese Backups etwa 1,5 TB. Oracle-Backup-Richtlinien.
- Ein rund 2 TB großes Datenträger-Backup stammte aus einer Migration, die zwei Jahre zuvor abgebrochen worden war. Für die Wiederherstellung der aktuellen Umgebung war es nicht mehr nützlich, verursachte aber weiterhin Kosten.
- Nach dem Entfernen von Servern blieben verwaiste Systemdatenträger zurück. Beim Beenden einer Instanz über die OCI-Konsole bleibt das Boot-Volume standardmäßig erhalten, sofern seine Löschung nicht ausgewählt wird. Oracle-Dokumentation.
Insgesamt wurden rund 5 TB Backups aufbewahrt. Ein Teil gehörte zu stillgelegten Systemen; andere enthielten eine längere Historie, als direkt in OCI benötigt wurde.
Aufräumen und eine leistungsfähigere Konfiguration
Wir entfernten unnötige Backups und verwaiste Datenträger. Die produktiven Datenträger behielten automatische Backups mit vier Wochen Aufbewahrung. Die langfristige Historie war bereits durch eine zweite Backup-Ebene außerhalb von OCI abgedeckt.
Einen wenig ausgelasteten Server stellten wir auf eine neuere Prozessorgeneration mit der Hälfte der zugewiesenen Kerne um. In dieser Umgebung lieferte die neue Konfiguration höhere Leistung zu geringeren Kosten. Dafür war ein kurzer Neustart erforderlich, ohne die Anwendungen neu bereitzustellen.
Neuere OCI-Generationen bieten andere Prozessoren und technische Eigenschaften. Für den Vergleich reicht daher die Kernzahl allein nicht aus: Auch die konkrete Arbeitslast und die Hardwaregeneration zählen. Oracle-Compute-Konfigurationen.
Die Backups bleiben. Jede Kopie hat einen Zweck.
Auch nach der Optimierung verfügt der Kunde über zwei Backup-Ebenen.
OCI-Backups ermöglichen eine schnelle Wiederherstellung. Jeder produktive Datenträger hat automatische Backups mit vier Wochen Aufbewahrung. Entfernt wurden unnötige historische Kopien und Backups stillgelegter Systeme.
Ein zweiter Anbieter stellt geografisch getrennte Daten und eine langfristige Historie bereit. Der Kunde nutzte bereits Backup-Speicher außerhalb der primären Cloud. Verschlüsselte Kopien liegen an einem anderen Standort bei einem anderen Betreiber. Sie bilden auch die Grundlage für den Aufbau einer Kopie der Umgebung.
Die Datensicherung richtet sich nach den Anforderungen der einzelnen Systeme. Tägliche Backups bilden die Basis; wo neuere Änderungen wiederhergestellt werden müssen, kommen zusätzliche Mechanismen hinzu. Bei MySQL ermöglichen beispielsweise Backups zusammen mit Binärlogs eine Wiederherstellung zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Die Wiederherstellung haben wir getestet. Im MySQL-Test stellten wir den Zustand vor einer ausgewählten Änderung eines einzelnen Datenwerts wieder her. Die Wiederherstellung dauerte etwa zwei Minuten, anschließend funktionierte das System wie zuvor. Dieses Ergebnis bezieht sich auf den konkreten Datenwiederherstellungstest.
Die RTO – die geforderte Zeit zur Wiederaufnahme des Betriebs – blieb unverändert. Die Aufgaben sind klar verteilt: OCI ermöglicht die schnelle Wiederherstellung von Datenträgern, der zweite Anbieter liefert geografische Trennung, langfristige Historie und die Möglichkeit, eine Kopie der Umgebung aufzubauen.
Der Kunde nutzte den externen Speicher schon vor der Optimierung auch für andere Systeme. Die Anpassungen verursachten daher keine zusätzlichen Kosten für diese Backup-Ebene.
Das Ergebnis: rund 843 € pro Jahr
| Kennzahl | Vorher | Nachher |
|---|---|---|
| Tägliche Kosten | 8,35 € | 6,04 € |
| Hochrechnung pro Jahr | 3.048 € | 2.205 € |
| Monatliche OCI-Backup-Kosten* | rund 63 € | rund 1 € (nach der Anpassung) |
*Die Monatswerte entsprechen dem beobachteten Verbrauch vor und unmittelbar nach den Anpassungen. Die Backup-Kosten können sich je nach Datenmenge, Datenänderungen und Aufbau der Sicherungshistorie innerhalb der Aufbewahrungsfrist verändern.
Die täglichen Kosten sanken um 27,7 %. Bei gleichbleibendem Verbrauch auf dem neuen Niveau ergibt sich eine jährliche Ersparnis von rund 843 €. Die Jahreswerte sind Hochrechnungen aus dem täglichen Verbrauch, keine abgeschlossene Jahresabrechnung.
Der Kunde blieb auf derselben Plattform, mit derselben SLA und in derselben Region. Der laufende Rollout neuer Anwendungsversionen wurde unverändert fortgesetzt.
Fünf Dinge, die Sie heute prüfen können
- Eine stabile Rechnung beweist keine Effizienz. Auch ein gleichbleibender Monatsbetrag kann Ressourcen enthalten, die Sie nicht mehr brauchen.
- Beobachten Sie Aufbewahrungsdauer und Backup-Volumen. Seltene Backups sind nicht automatisch günstig, wenn Kopien jahrelang aufbewahrt werden.
- Ein entfernter Server bedeutet nicht, dass alle Kosten entfallen. Prüfen Sie Systemdatenträger, getrennte Datenträger, Backups und reservierte IP-Adressen.
- Richten Sie Budgetwarnungen ein. Sie stoppen den Verbrauch nicht, zeigen aber unerwartete Veränderungen an. OCI überwacht tatsächliche und prognostizierte Budgetüberschreitungen. Budget-Dokumentation.
- Prüfen Sie die bestehende Umgebung, bevor Sie eine Migration planen. In diesem Fall sparten Aufräumen und Konfigurationsanpassungen fast ein Drittel der Kosten.
Möchten Sie wissen, wofür Sie in Ihrer Cloud bezahlen?
Wir prüfen Ihren Kostenexport gemeinsam mit Ihnen und identifizieren bei einer ersten einstündigen Durchsicht die Positionen, die sich genauer untersuchen lassen. Die mögliche Ersparnis hängt von Ihrer Umgebung ab.